Berndorf Bäderbau erneuert das 50 m-Wettkampfbecken des Ersten Offenbacher Schwimmclub 1896 e.V. (EOSC) - Heimatclub der deutschen Schwimmlegende "Albatros" Michael Groß. Im Interview mit Dipl.-Ing. Dieter Levi-Wach, 1. Vorsitzender des EOSC.
Im Jahr 2009 haben Sie sich für die Kompletterneuerung des 50 Meter Beckens im Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe entschieden. Was waren die Hintergründe für die Initiierung dieses großen Projektes?
Dipl.-Ing. Levi-Wach: Unser 50 m-Becken wurde bereits in den 50er Jahren erbaut - damals wurden Betonbecken noch mit einer einfachen Lackfarbe gestrichen. Vor 15 jahren haben wir dann das Becken mit einer Kunststofffolie ausgekleidet, jedoch konnten Risse und poröse Stellen trotz aufwändiger Pflege nicht mehr verhindert werden.
Des Weiteren hatten wir bis zum Umbau eine herkömmliche Gegenstromanalge - Wasser und Chlor fließen auf der einen Seite des Beckens hineine, auf der anderen Seite wieder hinaus. Dadurch war die Wasser- und Chlorzufuhr alles andere als optimal.
Im Frühjahr 2009 haben wir uns dann entschieden, einen Förderungsantrag an die Landesregierung Hessen zu stellen. Das Ergebnis war ein Zuschuss aus dem Konjunkturförderungsprogramm II in der Höhe von 1,2 Millionen Euro. Den gesamten Betrag haben wir dann in die Kompletterneuerung des Beckens investiert.
Welche Ziele haben Sie mit dem Umfangreichen Projekt verfolgt?
Dipl.-Ing. Levi-Wach: Der Fokus der Umbauarbeiten lag auf der ganzheitlichen Quqlitätserhöhung der Anlage. Eine solche Qualitätsverbesserung beinhaltet jedoch nicht nur die Erneuerung des Beckens an sich - Aspekte wie die Wassertechnik oder die Energieeffizienz fließen hier ebenfalls mit ein.
Die für uns größte Herausforderung im Zuge des Projektes war es, die Sommersaison auf Grund des Umbaus nicht zu beeinflussen. Auf Grund des langen und kalten Winters blieben uns lediglich 3 1/2 Monate für die gesamte Projektabwicklung.
Durch die gute Zusammenarbeit mit Berndorf Bäderbau haben wir es auch geschafft, pünktlich zur Sommersaison am 1. Mai zu eröffnen.
Was genau wurde im Zuge des Projektes erneuert?
Dipl.-Ing. Levi-Wach: Anstelle der alten, undichten Kunststofffolie, haben wir nun ein hochmodernes, 50 Meter langes Edelstahlbecken. Auch die Wassertechnik wurde gänzlich erneuert. Die Einströmung des Wasser-Chlor-Gemisches erfolgt nun von unten - dadurch ist eine bessere und effektivere Verteilung möglich.
Eines der Highlights ist die Unterwasser LED-Beleuchtung an den Längsseiten des Beckens. Seit Saisonbeginn bieten wir unseren Besuchern die Möglichkeit zum Mitternachtsschwimmen - das Angebot kommt bei den Gästen bis jetzt auch sehr gut an.
Des Weiteren haben wir Unterwasserkameras installieren lassen. Diese werden vor allem von den Vereinsschwimmern für die Wettkampfvorbereitung genutzt - der Schwimmstil kann so gefilmt und anschließend im detail analysiert werden.
Auch die Abwasserrinne rund um das Becken haben wir komplett erneuert - ein gleichmäßiges Abfließen des Wassers ist dadurch sichergestellt. Bei der Beckenumrandung haben wir die rutschigen Fliesen durch anthrazitfarbene Betonsteine ausgetauscht.
Ein wichtiger Punkt für uns ein effizienteres Energiemanagement. Mit einer neuen Abdeckfolie, die zwischen 23:00 Uhr nachts und 06:00 Uhr morgens über das gesamte Becken gespannt wird, konnten wir in den beiden Monaten Mai und Juni bereits Energieeinsparungen von rund 80 % pro Nacht verzeichnen.
Sie haben bereits kurz erwähnt, dass Sie bei diesem Projekt mit Berndorf Bäderbau zusammengearbeitet haben. Was waren die entscheidenden Gründe für das österreichische Unternehmen?
Dipl.-Ing. Levi Wach: Die Entscheidung ist uns eigentlich nicht sehr schwer gefallen. Wir haben ein Generalunternehmen gesucht, das nicht nur verkaufen, sondern uns auch als kompetenter Berater zur Seite stehen konnte. Noch dazu mussten wir ein Unternehmen finden, welches dem immensen Zeitdruck gewachsen war.
Wir haben uns nach der Projektausschreibung dan für das beste und noch dazu günstigste Angebot entschieden - und das wurde von Berndorf Bäderbau eingereicht.
Ich selbst war von Beginn an sehr intensiv in das Projekt involviert und bin von der kooperativen und engen Zusammenarbeit begeistert. Dies war sicherlich auch ein Grund für die zeitgerechte und schnelle Umsetzung. Gemeinsam mit Berndorf Bäderbau haben wir auch versucht, Anbieter aus der Region in das Projekt mit einzubeziehen. Beispielsweise wurden regionale Unternehmen mit der Elektro- und Wassertechnik beauftragt.
Mit Berndorf Bäderbau haben wir die absolut richtige Entscheidung getroffen und ein erfahrenes, kompetentes Generalunternehmen gefunden. Das unsere Anforderungen besser als erwartet umgesetzt hat.
Wie sieht die Zukunft des EOSC aus? Planen Sie bereits an weiteren Projekten?
Dipl.-Ing. Levi-Wach: Wir arbeiten bereits an den ersten Überlegungen für die Erneuerung unseres 25 Meter Beckens. Aber auch unsere Duschanlagen sollten in nacher Zukunft saniert werden. Allerdings muss auch gesagt werden, dass im Bezug auf das Schwimm- und Badeangebot in der Region noch einiges passieren muss. Wir sind nicht nur ein Schwimmclub.
Unter dem Motto "Vorsorge und Fürsorge für Gesundheit und Sport" haben wir eine Infrastrukturaufgabe für die gesamte Stadt und versuchen vor allem auch junge Menschen für Sport und Bewegung zu begeistern.
Mit dem Umbau unseres 50 Meter Beckens haben wir bereits einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Die Resonanz ist sowohl von Seiten der Politik, als auch von unseren Besuchern durchaus positiv. Auch Michael Groß - der "Albatros" - zeigte sich vom neuen Becken begeistert.
Vielen Dank für das Gespräch.
(Mag. Barbara Korak, Management Impulse)